Die internationale Welt des Bieres  

Obergärige Biere gab es bereits mehrere Jahrhunderte vor den untergärigen Bieren. Ungeachtet dessen stellen die
milderen untergärigen Biere heute weltweit den überwiegenden Biertyp dar, während andere Biersorten mit einem
kräftigeren Geschmack kleinere Marktanteile besitzen. Zu diesen Sorten gehören die halbdunklen, obergärigen Biere
(englisch Bitters) mit kräftigen Hopfengeschmack, das India Pale Ale, eine in Großbritannien und bei amerikanischen
regionalen Brauereien verwendete Bezeichnung für ein sehr kräftiges, alkoholreiches Bier, Mild Ale, ein mildwürziges,
dunkles Bier mit einem geringen Alkoholgehalt (etwa drei Prozent), Stout, ein Dunkelbier aus stark geröstetem Malz,
ist manchmal süßlich mit geringem Alkoholgehalt, häufiger aber trocken und bitter mit vier bis zehn Prozent Alkohol,
Porter, ein leichtes Stout, Scotch Ale, ein vorwiegend malziges, gelegentlich süßes, obergäriges Bier mit nur wenig
Hopfen gebraut, und Barley Wine, ein sehr starkes, obergäriges Bier, das meist in Flaschen verkauft wird. Cask Ale
oder Real Ale sind englische Bezeichnungen für Biere, die auf dem Hefesatz einer zweiten Gärung oder Reifung unter-
zogen werden. Sie werden direkt vom Bodensatz gezapft. Trappisten-Biere sind starke, obergärige Biere, die in einem
der sechs Trappistenklöster gebraut werden. Fünf der Klöster liegen in Belgien und eines in Holland. Das Bier wird oft
mit Resten von Zucker und Hefe abgefüllt, so dass in den Flaschen eine Nachgärung stattfinden kann (dieser Vorgang
der Flaschengärung wird auch bei anderen Biersorten, besonders in Belgien und Frankreich verwendet).

Altbier ist in Deutschland ein bekanntes obergäriges Bier. Als Bockbier wird ein starkes, oft dunkles, untergäriges Bier
bezeichnet, Doppelbock ist noch stärker. Rauchbier wird mit geräuchertem Malz hergestellt. Einige Biere sind nach den
Städten benannt, in denen sie ursprünglich hergestellt wurden. Das bekannteste ist das Pilsener oder Pils aus Pilsen
in der Tschechischen Republik, ein goldfarbenes, untergäriges Bier mit einem kräftigen Hopfengeschmack und einem
trockenen Finish. Das bayerische Münchener steht für ein dunkles, untergäriges Bier und das Wiener für ein bernstein-
farbenes, untergäriges Bier. Das Burton Ale (aus Burton-upon-Trent in Staffordshire, England) war der Vorläufer des
modernen kräftigen English Bitter (ursprünglich Pale Ale genannt). Sein Geschmack wurde durch das gipshaltige
Wasser der Stadt geprägt.

Ein weiterer Biertyp wird aus gemälztem oder ungemälztem Weizen und gemälzter Gerste hergestellt. Diese Biere
werden als Weißbiere oder Weizenbiere bezeichnet. Sie haben einen leichteren, fruchtigeren und säuerlicheren
Geschmack als das Gerstenbier, ihre Krone ist schaumiger und ihre Farbe im Allgemeinen heller. Meistens werden
zur Herstellung von Weizenbieren obergärige Hefen eingesetzt, so dass sie eher zu den ober- als zu den unter-
gärigen Bieren gehören. Berliner Weisse haben einen geringen Alkoholgehalt und werden, wie viele Weizenbiere,
mit dem Hefesatz ausgeschenkt. Lambic wird unter Verwendung wilder Hefen in Belgien hergestellt. Ein Verschnitt
aus altem und jungem Lambic wird als Geuze bezeichnet. Die belgischen Fruchtbiere wie Kriek (Kirsche) und
Framboise (Himbeere) werden meist aus Lambic und nicht aus Malzbier hergestellt.


           
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